Ein grünes Wohnzimmer für Rodenkirchen
Der neue Platz soll für den Stadtteil Rodenkirchen ein ganz besonderer Ort zum Einkaufen, sich treffen, für Aktivitäten und zum Bleiben werden. Dabei nehmen wir bewusst die räumliche Ausgestaltung von historischen Plätzen auf, die zum Verweilen geradezu auffordern.
Auslobung
Ort
Nutzung
Fläche
Wettbewerb
Freiraum
Energie
Schallschutzplanung
Visualisierung
Städtebauliche Setzung
Geschützt von einem grünen Baumdach aus Bestandsbäumen lädt die neue grüne Piazza jeden Bewohner von Rodenkirchen ein, den neu gefassten Platz zu besuchen und zu bespielen. Mit dem Erhalt von Bäumen und bestehenden Kaltluftschneisen folgt der Entwurf den nötigen Maßnahmen gegen die Aufheizung der Stadt Köln.
Im direkten Zugangsbereich, an der nord-westlichen Spitze des Grundstückes öffnet sich der Quartiersplatz und bietet Aufenthaltsmöglichkeiten, einen Marktplatz und Außengastronomie, die sowohl den Gewerbetreibenden als auch dem nachbarschaftlichen Leben zur Verfügung steht.
Konzept
„Der Städtebau nach seinen künstlerischen Gesichtspunkten“ von Camillo Sitte veranschaulicht Bausteine, die diese Plätze in vielen alten Städten prägen. Unser Platz hat drei gebaute Wände. Die vierte Platzseite wird durch Bestandsbäume und eine grüne Zone ergänzt, die eine Durchwegung von der Sürther Straße zulässt. Diese vier Wände des Platzes werden in Zukunft das „Wohnzimmer“ von Rodenkirchen sein.
Die räumlich zulaufenden Gebäudevolumen bilden einen trapezförmigen Platz, der wie selbstverständlich in die Wegeverbindung zur Wohnbebauung östlich des Grünzuges einleitet. Dieser Tiefenplatz hat eine Geometrie, die große Verwandtschaft zu der Piazza d’ Erbe in Verona hat. Öffentliche Nutzungen, wie der SB-Markt und Läden, ein zukünftiger Wochenmarkt und Stadtteilfeste beleben die Piazza Rodenkirchen und schaffen Raum, der die Aktivität steigert.
Architektur
Das architektonische Konzept folgt unserer Idee, dem Quartier eine starke, identitätsstiftende Präsenz zu verleihen. Durch öffenbare gläserne Schiebeelemente an den Gewerbenutzungen im 1. BA verschmelzen Innen und Außen zur Piazza hin. Das zum Teil eingerückte Erdgeschoss dient als Erweiterung der Platzfläche und bietet witterungs- und windgeschützte Sitzmöglichkeiten für die Außengastronomie oder den Bürgerverein.
Die Wohngeschosse erheben sich als einzelne Baukörper aus dem Erdgeschoss und bilden eigene maßstabsgerechte Volumen, die Durchblicke erlauben. Gleichzeitig wird durch die Höhenstaffelung der Gebäude am Platz von 1 bis 5 Geschossen ein größtmöglicher Lichteinfall für die Wohnungen in den Obergeschossen gewährleistet. Insgesamt werden in beiden Wohngebieten 284 differenzierte Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 19.900 m² entstehen. 50 % der Wohneinheiten sind freifinanziert, die anderen 50% gefördert.
Baukonstruktion
Die Realisierung unseres nachhaltigen und ökologisch ausgerichteten Entwurfs wird durch eine größtenteils aus Holz errichtete Architektur umgesetzt. Dieses Grundprinzip wird durch die flexiblen Grundrissstrukturen und die einfachen statischen Prinzipien gestützt. Die Tiefgarage, das Erdgeschoss sowie die aussteifenden Treppenhäuser und Aufzugsschächte sind als Stahlbetonkonstruktion geplant. Ab dem ersten Obergeschoss besteht die tragende Struktur für die Wohn- und Büronutzung aus einer Holzstützenkonstruktion, um maximale Flexibilität für die Nutzer zu gewährleisten. Zusätzlich besteht, durch die Verwendung von lediglich 3 Bad-Typen, die Möglichkeit die Bäder sogar als vorgefertigte Raummodule auf die Baustelle zu liefern. Diese Bauweise ermöglicht einen hohen Vorfertigungsgrad.

